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ACHTUNG


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Der Eine, der Andere und ich.

Ich habe versucht, das gesamte Gedicht auch ins Hochdeutsche zu übersetzen. Das funktionierte aber aber nicht, da die Stimmung des Gedichtes tatsächlich nur im Fränkischen -und vermutlich auch nur für einen Franken- erfühlbar ist. Zur Verdeutlichung habe ich den letzten Absatz trotzdem ins Hochdeutsche übertragen.

Dä A’ sochd nix,
Iech erzäll G’schicht’n,
der Andä hod a Gwaaf.
Dä A’ fliechd nein Urlaub,
dä Andä fährd mid’m Rod,
und iech, iech laaf.

Der A’ säufd an Schnaps,
der Andä dringd a Bier,
und iech hob kan Durschd.
Der A’ is Bolidigä,
der Andä rechd si’ auf
und mier, mier ist des wurschd.

Der A’ is’ berühmd,
der Andä wärs gern a,
und iech bin hald einfoch so.
Der A’ suchd an Sinn,
der Andä, der bed’
obä iech, iech bi blos do.

Der A’ schaud nooch vorn
der Andä nooch hind’,
und iech leb’ heud.
Der A’ hod Angsd vor’m Schterm,
der Andä vor’m Leem,
iech ned, well miech äs Leem freud.

Der Eine schaut nach vorne,
der Andere nach hinten,
und ich lebe heut’.
Der Eine hat Angst vor dem Sterben,
der Andere vor dem Leben,
ich nicht, weil mich das Leben freut.

Er kommt! Er kommt!

Als ich grad
vor die Türe trat,
fand ich so lau die Luft,
und vom Winde her getragen
stieg in die Nase ein herrlich frischer Duft.

D’rauf hört’ ich
aus dem nahen Walde
des Spechtes Trommeln hallen
und zugleich vom Felde drüben
der Lerche Jubilieren schallen.

„Ja, kommt er endlich an ?“,
- Denk’ ich und schau gleich nach,
ob’s Treiben schon begonnen.
Find’ glücklich dann am Buchenzweige
das erste zarte Grün! Hurra!
 Es scheint, er hat gewonnen…!

Der alte Weiße
schmilzt dahin und räumt geschwind das Felde.
Der junge Bunte
marschiert heran – er trifft ganz sicher ein in Bälde.

Er kommt! Er kommt!

Aufbruch

Vom Schlaf
ins Bewusstsein
dämmernd
findet meine Hand
nur Leere an meiner Seite.
Mein Verstand
versucht zu
begreifen, dass
du nicht da bist,
während ich ins Wache gleite.
Im Zwielicht
der jungen
Stunde beginnt
der Tag still
und leer ganz ohne dich.
Unter der
klammen Decke
fehlt deine
Wärme,
in der Kühle fröstelt mich.
Dann setzt
die Erinnerung
ein und
ich begreife,
du gingst nicht ohne Sinn.
Dein
Aufbruch
bedeutet
nichts weiter
als einen neuen Beginn.
Obwohl
mich jetzt
die Sehnsucht
anspringt,
kehrt mein Lächeln zurück.
Ich weiß,
auf deinem
neuen Weg
findest du sicher dein Glück.

’s wärd Zeid

Voll Fränkisch.  Langsam zu sprechen wie es geschrieben steht.

 

So, du alder Mo’, etz wärd’s longsom Zeid zäm geh’.
Kumm, steh’ auf, iech helf’ dä’  ‘nei dei’n weiss’n Mand’l.

Schau hi’, siggsd’ den junga’ Bursch’ dodn steh’?
Ja, der dord, im grüna’ Rock mid laudä bunda’ Band’l.

 Der braucht dein’ Blotz,
dem mussd du weich’n,
s’wär gscheidä’ du gengäsd vo’ alaa’!
Der is’ so jung, so storg,
obä’ du scho’ so old,
und der hod fei krofd für zwaa.

 Kumm, es is’  Zeid, des Börschla’ stehd scho’ vor dä’ Dür,
um ihm pfeufd’s und singd’s,  dä Lärm, der is’ eh nix für dir.

 Iech hob’ mi’ g’freud, das’d do g’wen bisd
und dank’ dä’ für dei’ schöna’  G’schenk’.
Weil iech so gern’ an’s Lach’n vo’ di’
glan’n Kin’nä am Schlidd’nberch dro’m denk.

 Obä’etz, ‘etz kummd der grü’ Bursch’ däher
und übä’ dem freu’ iech miech aa.
Der lachd so schö’ und singd und danzd
den ganz’n dooch mit der worma’ Sunna.

 Also, donn, mei’ aldä’ Freund, servus, bis zäm’ nächsd’n moll.

Kumm rei’, dridd ei’, du schönä’ bursch, obä treib’s mä’ bidd’schö’ ned’  zä doll.

Nebelkind

Da ist was in der Luft,
was Leichtes, Sanftes,
es kommt mir vor
wie allerfeinste Nebelschwaden,
die um mich schweben,
ganz zart,
als wär’s ein luft’ges Wesen.
Es ist,
als würde ich im Nebel baden.
Dann wieder
scheint’s mich zu durchdringen,
mich sanft zu heben,
worauf ich leicht und luftig werde,
und eins mit diesem feinem Nichts
mich löse von der Erde.
Und selber schwebe.
Mit angehalt’nem Atem
schau ich die Welt von oben,
getragen von dem Nebelgleichen.
Ich seh’ dort unten
was ich lebe,
seh’ mich und euch,
seh’ Menschenwege
und die vom Leben gestellten Weichen.
Und dann, ein Hauch,
das Neblige, es schwindet,
ich finde mich am Boden wieder
und bin doch voller Leichtigkeit.
Mir ist,
als wär ich eine Feder,
könnt’ segeln mit dem Wind,
ja,
als wär’ ich selbst ein luftig’ Wesen,
ein neugeborenes Nebelkind.
Da ist was in der Luft,
was Leichtes, Sanftes,
es kommt mir vor
wie allerfeinste Nebelschwaden.

Waldgeist and Blumenfee

Halt ein, Geliebte,
sieh, sieh doch, sieh:
Dies helle Flimmern !
Dort in den Blüten -
als würden zarte Flügel schimmern!

Halt ein, Geliebte,
hör, hör doch, hör:
Dies leise Wispern!
Dort in den Ästen -
als würden feine Stimmchen flüstern!

Sind’s Waldgeister,
sind’s Blumenfeen?
Sind sie um uns,
obgleich wir sie
nicht seh’n?

Ob unsere Liebe sie herbeigeführt?
Ob diese Wesen das Große zwischen uns gespürt?

Gewiss sind sie hier
um über uns zu wachen.
Komm, Geliebte,
lass uns mit ihnen
singen, tanzen, lachen…

Fensterblick

                                              

Ich schau aus dem Fenster.

                                                   bewegtes grün im wind,
                                                   schwarzes fliegt geschwind,
                                                   gelbes singt kraftvoll.
                                                   weißes rast wie toll
                                                   durch nur wenig blau,
                                                   wird zum dunklen grau.
                                                   klares fällt herunter,
                                                   rotes wird nun munter,
                                                   violettes streckt das köpfchen,
                                                   braunes saugt die tröpfchen.

Ich lächle.
Der Regen wäscht mein Auto.

Die Katze

Ich geh dahin,
geh meines Wegs,
ganz ohne Sinn.
Dann sitzt sie da
und starrt mich an.
Ich starr zurück,
regungslos,
minutenlang.
Sie senkt den Blick.
Ich wähne mich als Sieger,
geh einen Schritt.
Da starrt sie wieder.
Mit kalten Augen,
jetzt wird mir bang
und ich schau nieder.

Ich geh dahin,
des Wegs,
woher ich kam.
Ich kehrte um,
konnt’ nicht vorbei,
weiß nicht warum.
Schau nicht zurück,
fühl ihren Blick.
Sie starrt mir nach.
Schnell wird der Schritt,
ich lauf’ zurück.

Dann bin ich da.
Woher ich kam.
Geh wieder weg,
irgendwohin,
hab nichts im Sinn.
Geh meines Wegs.
Schon sitzt sie da
und starrt mich an.
Senk gleich den Blick
und dreh herum.
Schau mich nicht um.
Muss nicht wohin,
hatt’ nichts im Sinn.
Ich geh zurück.
Woher ich kam.

Der Mohn und der Zaun

Der Mohn blüht rot
entlang des Zaun’s
der Draht ist ihm egal.

Mal blüht er hüben,
dann blüht er drüben,
er hat die freie Wahl.

Der Mensch,
der hat sie nicht,
der muss auf einer Seite steh’n

Nur wer die Schlüssel hat zum Tor,
der kann nach drinnen
-oder draußen- geh’n.

 

 

Der Mohn und der Zaun

Der Mohn und der Zaun

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